Elektrotechnik

Projekte

vollautomatische Rohrpolieranlage LPA

Kanten brechen und polieren

Die Aufgabenstellung unseres Kunden war eine Anlage zu entwickeln, in der Präzisionsrohre, die nach dem sogenannten QPQ-Verfahren (Quench-Polish-Quench) gehärtet wurden, innen zu entgraten und zu polieren.
Es sollten alle Bearbeitungsschritte vollautomatisch erledigt werden, nur noch das Einlegen der Rohre wird manuell durchgeführt.

Nachdem wir uns eingehend mit der Thematik beschäftigt haben, sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass es am Markt keine passenden Systeme gibt, um die Messingbürsten, mit der die Bearbeitung erfolgt, automatisch zu greifen, bzw. die Rohre durch ein Innengreifersystem vom Förderband in die Anlage einzuschleusen.

Somit lag es an uns, ein Werkzeugwechselsystem zu entwickeln, um die Bürsten aus einem Magazinteller zu entnehmen und mittels einem Pneumatikgreifer, der soweit modifiziert werden musste, dass er rotationsfähig wird, zu spannen.

 

Kurzüberblick Funktionsweise der Anlage:

Im ersten Schritt werden die Rohre in ein Trägersystem auf einem Förderband eingelegt und gepuffert.

Das Rohr vom Innengreifer aufgenommen und mittels einer 180° Schwenkbewegung dem Rundtakttisch zugeführt, wo es der Außengreifer aufnimmt, positioniert und zur nächsten Station weiter taktet.

In der ersten Bearbeitungsstation wird eine „Einlaufschräge“ am Rohr poliert. Um diese entsprechend bearbeiten zu können, müssen die Bürsten mittels einer Schwenkstation soweit ausgelenkt werden, bis der Winkel der Einlaufschräge erreicht ist.

Eine Besonderheit der Präzisionsteile sind die beiden unterschiedlichen Innendurchmesser. An der zweiten Bearbeitungsstation wird nun der größere Innendurchmesser in einer Drehrichtung bearbeitet und poliert.

An Station 3 am Rundtakttisch wird nun der kleinere Innendurchmesser zunächst im Rechtslauf auf Vordermann gebracht. Das Verfahren gleicht dabei Station zwei: die rotierenden Messingbürsten werden in Hubbewegungen durch das Rohr bewegt. Damit in diesem Teil des Rohres auch wirklich gründlich poliert, die Kanten gebrochen und etwaige Grate entfernt werden können, wiederholt sich dieser Vorgang bei Station 4 – diesmal jedoch im Linkslauf.

Video

Ein Bürstenmagazin für rund 500 Rohre

Die vom Bedienpersonal vorbereiteten Schnellwechselmagazine enthalten jeweils neun Polierbürsten – jede hat eine Standzeit von rund 50 bis 60 Rohren. An einer Leerstation werden automatisch „verbrauchte“ Bürsten abgelegt und aus dem Magazin eine neue Bürste entnommen. Sind alle Bürsten aufgebraucht, ertönt ein Signalton. Nach einer Taster Betätigung, durch den Werker an der Anlage, fährt das leere Magazin automatisch aus der Anlage aus und kann gegen ein vollgefülltes, neues Magazin getauscht werden.

 

Hier ein paar Bilder zur Entstehung der LPA1 :

 

Trends in Automation

Als besonderes Highlight bei diesem Projekt dürfen wir stolz verkünden, dass einer unserer Zulieferer so begeistert von unserer Entwicklung war, dass er in der nächsten Ausgabe seines Magazins „Trends in Automation“ einen Bericht über unsere Anlage veröffentlichen wird 🙂

Dazu wurde extra ein Produktfotograf aus Wien eingeflogen:

 

Hier ein kurzer Ausschnitt von Festo:

 

Innenbearbeitung von Rohren

Smooth Tube „Dreimal polieren bitte“, heißt es für die Rohre mit Innenkontur, die innen ganz sauber und glatt werden sollen. Dass das auch klappt, dafür sorgt eine Lösung zum Kantenbrechen, Entgraten und Polieren der Tiroler Firma EM-Technik. Komponenten von Festo sind bei einigen Bearbeitungsschritten dabei.

Jeder von uns hat schon einmal versucht, besonders schlanke, hohe Gläser oder eine Flasche innen zu reinigen. Eine schwierige Aufgabe. Wenn man an die Fummelei mit einer Flaschenbürste oder ähnlichen Gerätschaften denkt, weiß man, wie schwierig das sein kann. Noch diffiziler stellt sich eine ähnliche Problemstellung im fertigungstechnischen Alltag dar, wenn nicht gereinigt, sondern schmale Rohre an einer Innenkontur (verbildlicht: einer „Stufe“) poliert und entgratet werden sollen. Die optimale Lösung dafür hat die österreichische Firma EM-Technik entwickelt, die ihren Sitz in Polling in Tirol hat.

 

 

An dieser Stelle möchten wir uns noch herzlich bei Peter Dietrich für die perfekten Fotos der Anlage bedanken! PeterDietrichPhotograpy